Unsere Hunde

Ja, warum habe ich mich gerade für den Weimaraner entschieden?
Und warum entscheiden sich so viele andere für den Weimaraner - den anspruchsvollen Jagdbegleiter, obwohl sie selbst gar keine Jäger sind?
Wieso einen Hund wählen, der so viel Arbeit, Zeit und Erfahrung fordert, der ständig mit der Nase am Boden klebt; Wild schon wittert, bevor ich es überhaupt sehe und reagieren kann; so selbständig ist, dass er sich nicht nach mir orientiert - sondern seinem Trieb folgt; ein Hund der unruhig wird, wenn er mal einen Tag Pause hat; ein Hund der fordert und fordert... Es gibt doch so viel einfachere Hunderassen...
Ich möchte Interessierten an der Rasse mit dieser Homepage eine kleine Hilfestellung geben, die richtige Entscheidung (Pro oder contra Weimaraner) zu treffen, mit welcher sie in Zukunft (12-15 Jahre lang) glücklich leben können ... und ich habe vor, daher erst einmal, meine eigene ganz persönliche Entscheidung vorzustellen.
Seit 1997 lebe ich nun schon mit Weimaranern unter einem Dach und ich habe keinen einzigen Tag meine damalige Entscheidung für den grauen Hund bereut.
Das soll nicht heißen, dass es immer leicht war mit diesen grossen Sonderlingen...nein, das Gegenteil entspricht wohl eher der Wahrheit. Aber ich beginne am Besten am Anfang...
Ich habe mich damals für diese Rasse entschieden – weil mir der Typ des Jagdhundes gut gefällt und das Wesen des Weimaraners im Besonderen zusagt.
Ich wollte einen Hund haben, der mich fordert – der nicht nur in der Ecke liegt und auf den täglichen Spaziergang wartet. Nein, mein Hund sollte herausfordernd, sportlich, intelligent, zurückhaltend, aber trotzdem sozial und in gewisser Weise beschützend sein. Das mit dem Jagdtrieb war mir natürlich bewusst, aber es musste doch auch hierfür eine Lösung geben.
Kein Weimaraner aus einer reinen Leistungszucht (Von Leistungszucht spricht man, wenn beide Eltern die VGP oder die HZP bestanden haben)!…. Nun ging die Suche los… Wo bitte findet man einen Weimaraner, der nicht aus einer jagdlichen Zucht kommt, aber trotzdem ein „echter“ Weimaraner ist? Und ist der Unterschied zwischen jagdlicher Zucht und Schönheitszucht wirklich so gravierend?
Im Jahre 1995 begann mein Interesse - ein Artikel über die Weimaraner des berühmten William Wegman hatte es entfacht -und da ich noch keinen Internetzugang hatte, hielt sich meine Recherche über den Schönen Grauen in bescheidenen Grenzen. Mein Interesse verblasste allerdings fast vollständig wieder nach der meines Erachtens nicht so positiven Kontaktaufnahme mit dem deutschen Weimaraner Klub e.V..
Sehr viele Interessenten werden durch die kompromisslose Aussage „Abgabe nur an Jäger“ des Klubs abgeschreckt und suchen sich (im schlimmsten Fall) einen leichten Weg zum „Traumhund Weimaraner“… Sprich Schwarz-, Kofferraum-, Balkon-,Garagen-, Familien- oder Hinterhofzuchten; auf gut deutsch: Weimaranerwelpen, die keine vom Dachverband (Weimaraner Klub e.V.) anerkannten Papiere haben, oder gar keine haben.
Dabei ist mit dem Weimaraner Klub durchaus zu sprechen, wie ich später erfuhr.
Der Weimaraner Klub e.V. der eine strenge Zuchtordnung aufgestellt hat, hält seine Hände schützend über den Weimaraner, der als ein Hochleistungsarbeitstier für den Einsatz im Jagdalltag gezüchtet wurde und nicht um sein Dasein, als Prestigeobjekt passend zur schicken Farbe des neuen Autos zu fristen. Ich persönlich finde die konsequente Ansage des Klubs vielleicht überbedenkenswert – wenn man sich überlegt, zu welchem Negativeffekt sie für die Rasse führen kann – wenn sich Interessierte wirklich noch vor der Kontaktaufnahme abschrecken lassen und dazu verleiten lassen eine schnelle einfache und vor allem wertungsfreie (im ersten Anlauf) Lösung zur Bedarfsdeckung suchen.
Denn der Wunsch nach einem Weimaraner wird ja nicht durch barsche Worte unterbunden, nein vielmehr wird der Wunsch durch den hieraus entflammten Trotz bestärkt (pers. Meinung).
Mein Wunsch jedoch selbst einen grauen Hund zu besitzen verblasste, weil ich mir nicht mehr so sicher war, ob ich dem Weimaraner wirklich gerecht werden konnte oder ob mein Wunschtraum mir meinen Realitätssinn vernebelte.
Beinahe ein Jahr verging also, bis ich die grauen Schönheiten auf einer Rassehundeausstellung in Neumünster in natura sah.

Mit Stift, Katalog und Papier bewaffnet stand ich sprachlos und ob der Nachwirkung durch die klare Absage des Weimaraner Klubs etwas eingeschüchtert, am Rande des Ausstellungsringes und schaute …
Meine darauffolgenden Kontaktaufnahmeversuche mit den Ausstellern scheiterten kläglich… ein klischeehaftes Gefühl den Weimaranerbesitzern gegenüber breitete sich in meinem Magen aus….
Bis eines Tages ein Brief aus Holland mein zukünftiges Leben völlig auf den Kopf stellte.
Das erste Mal hatte ich Kontakt zu einem Weimaranerbesitzer, der ihn nicht jagdlich führte. Ich bekam die Adresse der Züchterin und schrieb alle meine Fragen, Bedenken und Erwartungen auf das weiße Papier. Alle Fragen wurden mir beantwortet, alle Bedenken genommen und meine Vorfreude wuchs bis in den Himmel. Mir wurde erklärt, dass diese Zucht aus einer amerikanischen Linie stammte (vom niederländischen Kennel Klub und FCI natürlich anerkannt war) und der Jagdtrieb auch von Nichtjägern in geregelte Bahnen gelenkt werden könne. Vom Schutztrieb oder der Mannschärfe, die ja für Weimaraner charakteristisch ist, und daher nicht zu verkennen ist, wurde mir nichts Abschreckendes aus Holland berichtet.
Ich bereitete mich also seelisch darauf vor nach dem nächsten Wurf einen kleinen grauen Begleiter im Hause zu haben.
Und so sollte es dann auch sein: Im Januar 1997 wurde Max im P-Wurf gewölft und 8 Wochen später von mir nach Deutschland geholt.
Die Eltern von Max waren Showchampions durch und durch, und ich verfolgte ihre Karriere argusäugig und stolz. Mein kleiner grauer Weimi sollte auch eines Tages im Ring stehen und seine Schönheit zeigen – das war mein Plan…
Doch meistens
kommt es anders als man denkt.
Mein Max war ein Kryptorch – der eine Hoden wollte nicht absteigen und musste operativ aus der Bauchhöhle entfernt werden. Das war das Aus für mein kleines Show-Ziel und ich sattelte um auf Unterordnung und Agility. Max war ein sehr gelehriger Hund und es brachte unglaublich viel Freude mit ihm zu arbeiten. Sein Jagdtrieb pendelte zwischen ein wenig Interesse bis gar kein Interesse – für welches ich äußerst dankbar war. Ma x war auch sehr darauf bedacht, mich nicht aus den Augen zu verlieren, was den Vorteil hatte, dass ich ihn überall freilaufen lassen konnte.
Seine soziale Ader anderen Hunden gegenüber war nicht besonders gut ausgeprägt. Er spielte/arbeitete lieber mit Menschen – sprich mit mir- und ließ Artgenossen eher unbeachtet zurück.
Böse wurde Max, wenn ein vierbeiniger Kollege ihm seinen über alles geliebten Ball streitig machen wollte und daher hieß es die Augen offen zu halten, wenn man einen anderen Hund erblickte, der an unserem Spiel teilnehmen wollte.

Ja, für einen Ball ließ Max wirklich alles andere stehen und liegen… weder Wild, das an ihm direkt vorbei ziehen konnte, Futter, das vor seiner Nase liegen konnte oder andere Hunde, die uns auf Spaziergängen begegneten hatten sein Interesse. Der Ball in der Jackentasche ersetzte Lei
ne und Leckerlies. Er war einfach ein anderer Weimaraner… aber perfekt für meine Ansprüche.

Im Jahre 2002 begannen dann die schlechtenTage für Max…
Er bekam starke Schmerzen im Nacken und wollte seinen Kopf nicht mehr heben. Untersuchungen ergaben, dass er eine Cauda Equina und Spondylose in der Wirbelsäule hatte. Es folgten zahlreiche Tierarztbesuche, Röntgen, CT und Medizinierungen. Alles endete im Dezember 2002 in der Tierklinik in Wahlstedt nach einer langwierigen Rückenoperation. Max starb 3 Wochen nach der OP (wieder in der Klinik, da er einen Rückfall erlitten hatte) in der Nacht nach starken Krämpfen – wie mir berichtet wurde.
Meine Mutter hatte mich an jenem katastrophalen Tag in die Tierklinik begleitet, aus der wir Max eigentlich LEBEND und auf dem Wege der Besserung nach Hause abholen wollten. Max kam mit mir nach Hause und fand seinen Frieden im Garten meiner Eltern unter einer weißen Magnolie.
Nun lebe ich mit meinem zweiten Weimaraner Eric und meiner Hündin (Weimaraner Nr.3) Mary zusammen.
Eric stammt aus einer jagdlich
en Linie…
Die Eltern von Eric – beide aktive Jagdhunde und Weimaraner mit Job im Revier - lebten und arbeiteten zusammen mit einer Jägerfamilie in einem kleinen Dorf in Niedersachsen. Da der Jäger und Halter der beiden Weimaraner kein Züchter ist und nur mal einen Wurf mit seinen Tieren haben wollte (was man auf gut deutsch Schwarzzucht nennt), hat Eric dementsprechend keine Papiere, aber den vollen Jagdtrieb einer jagdlichen Leistungszucht geerbt.
In diesem Falle – keine PAPIERE, aber jagdlich ambitioniert, hilft auch der Wille einen Jagdschein nachträglich dem Hunde zuliebe machen zu wollen nichts, denn zu Prüfungen werden nur Hunde mit anerkannten Papieren zugelassen – da ansonsten diese Hunde ja eh keinen Wert für die Weiterzucht haben.
Leuchtet ein, und einen Hund aus einer Schwarzzucht zu holen ist sowieso tabu… Was soll ich also mit meinem Eric anfangen?

Sofort nachdem ich ihn geholt hatte – sprich mit 10 Wochen- meldeten wir uns in einer Welpengruppe an. Eric ist äußerst gelehrig und ein Kommando hatte sich schon nach wenigen Wiederholungen gefestigt. Er liebte es beschäftigt zu werden und forderte jeden Tag seine Trainings/Beschäftigungseinheiten. Es war ein riesiger Spaß und wir wuchsen gut zusammen.
Nach der Begleithundeprüfung nahmen wir an der Obedience-gruppe teil und auch hier zeigte Eric, dass er Freude an unserer gemeinsamen Arbeit hat.Im Hundefreilauf war Eric immer derjenige, im Gegensatz zu Max, der andere Hunde zum Spiel aufforderte. Er ist völlig unkompliziert mit anderen Hunden, freut sich über das Spiel mit Artgenossen und Menschen.
Nur an Bällen oder anderen Spielzeugen hat Eric nicht wirklich Interesse.

Sein Blick oder besser gesagt seine ausgezeichnete Nase wendet sich mehr allem Fressbaren zu. Nicht ein Krümelchen entgeht seinem geschärften Geruchssinn und daher lag es nahe ihn mit Nasenarbeit zu beschäftigen.
Wir haben mit Fährtenarbeit gestartet. Eigene kleine Fährten gelegt, denen Eric mit absoluter Begeisterung nachging, um am Ende seine Belohnung zu ergattern.

Auch Futterbeuteltraining ist ein Highlight für Eric. Er liebt es den Futterbeutel verloren zu suchen und gibt nicht auf, bevor er seinen Beutel und somit seine Portion an der Beute gefunden hat.
Er ist ein ausgezeichneter Apportierer und trägt Gegenstände (oder auch tote Tiere, die er am Strand oder im Gelände findet) freudig zu mir… Anfangs verwirrte es mich sehr, dass er mit Gegenständen oder auch toten Tieren zu mir kam, die ich für „unwichtig“ hielt und ich wusste nicht recht, ob ich ihn dafür loben oder strafen sollte, dass er dieses „Zeug“ herumschleppte.
Aber es erwies sich als positiv ihn darin zu bestärken mir diese Dinge zuerst zu „zeigen“, bevor sie verschleppt und evtl. hinter meinem Rücken verspeist.
Also habe ich ihn vorsitzen lassen, ihm das „Ding“ abgenommen, ihn ausgiebig gelobt und mit Leckerchen aus meiner Tasche vergütet. Dies führte dazu, dass Eric den Großteil seiner Beute gern mit mir teilt und ich es nur in den wenigsten Fällen nicht verhindern kann, dass er unbestimmte Dinge unbemerkt vertilgt.

(Dieser Vogel lag bereis tot am Strand bevor Eric ihn überhaupt berührt hatte. - Als Info!)

Eric hat aufgrund seiner Herkunft einen eher ausgeprägten Jagdtrieb (alles im Vergleich zu den beiden anderen Weimaranern, mit denen ich pers. Erfahrungen habe).
Um ihm eine alternative Beschäftigung zur jagdlichen Arbeit zu bieten, lege ich wie gesagt eigene Fährten, Futterbeuteltraining, Unterordnung im Freien (Hundewald/Übungsplatz/Strand/Wiese… wo auch immer) und andere Intelligenzspiele im Haus.
Obidience haben wir langsam aber sicher mit meiner Auswanderung aus Deutschland ausklingen lassen, da hier in Dänemark Obidience sehr selten angeboten wird und mehr der „Gebrauchs-„Hundesport geübt wird, der auch das Verbellen und Stellen von Figuranten beinhaltet. Da Weimaraner von Natur aus ein gewisses Maß an Mannschärfe haben, welches nicht auch noch durch gezieltes Training forciert werden muss, habe ich nach einem halben Jahr Training – welches Eric auch wieder sehr viel Freude bereitete – aufgehört und trainiere jetzt außerhalb von Vereinen in der Natur.
Eric ist im freien Gelände gut abrufbar (selbst bei Wildsichtung) und läuft dementsprechend meist frei – wo es erlaubt ist. Ein riesiger Hundewald mit angrenzender Lichtungbietet Freilauf das ganze Jahr über und ideale natürliche Trainings/Arbeitsverhältnisse.

Tägliches Radfahren kommt außerdem seinem und Marys Anspruch nach physischer Auslastung nahe.
Mary ist mein dritter Hund und wieder ein ganz anderer Typ Weimaraner.
Nicht nur, dass sie eine Hündin ist und somit meine erste Erfahrung mit diesem Geschlecht (bei Hunden wohlgemerkt), nein, Mary ist eine Klasse für sich.
Sie stammt aus Polen, wo eine Bekannte der Züchterin von Max (aus Holland) die Reste der damaligen Erfolgszucht zusammen gesammelt hat und unter anderem Namen weiterführt. Diese Zucht, wie ich eingangs schon beschrieb basiert auf einer amerikanischen Showlinie.

Da ich mich der Hoffnung hingegeben hatte wieder einen Hund wie Max zu haben (was natürlich äußerst sentimental und völlig unrealistisch ist), kontaktierte ich die damalige Züchterin, um weitere Infos zu bekommen. Es stellte sich heraus, dass diese Bekannte in Polen wirklich gerade einen Wurf hatte, wo der Vater von Max mitgewirkt hatte… Verlockend war es einen Halbgeschwister von Max zu bekommen und somit das Band wieder zu festigen….
Aber diesmal schaltete sich mein Verstand wieder ein und ich sagte "Nein Danke"!

Ich wollte unter keinen Umständen wieder einen Hund haben, der erbliche Krankheiten in sich trägt, wie Max es tat.
Also studierte ich die Stammbäume einer anderen Paarung und entschied mich für Mary. Sie war bereits 6 Monate, als ich sie im Frühjahr 2004 aus Pozna holte und zeigte bereits hier im Zimmerkennel unmissverständlich (mit ihren Brüdern) wer das Sagen hat.
Mary ist eine furchtlose, mit gutem Temperament ausgestattete, Menschen gegenüber aber zurückhaltende Weimaranerin, die Artgenossen gegenüber durchaus zickig und zeitweise unberechenbar reagieren kann. Schwächen von diesen werden von ihr sofort erkannt undein rücksichtsloses Mobben beginnt.
Aufgrund dieser Eigenschaft lasse ich sie nur bei Ausflügen ohne ihren Begleiter Eric mit anderen Hunden Kontakt aufnehmen (da sie dann etwas vorsichtiger und sanfter ist) oder rufe sie bei Sichtung anderer Hunde sofort ab.
Mary ist ein regelrechter Starrkopf und das Training mit ihr endet nicht selten mit Kopfschmerzen und angespannten Nerven meinerseits. Sie hingegen liebt das Training, da es eine konzentrierte Aufmerksamkeit ihr gegenüber darstellt. Und diese Aufmerksamkeit fordert sie bei allen Gelegenheiten.
Mein Mann und ich werden im Freien stets im Auge behalten, genau wie Max läuft auch Mary nicht allzu weit voraus ohne zu wissen, wo ihr Rudel ist.
In eine Konfliktsituation gerät sie allerdings, wenn ihr Gefährte Eric vorausläuft und stöbert, wir Menschen allerdings zurückbleiben. Dann schweift ihr Blick sehnsüchtig Eric hinterher, während ihr Körper steif in unserer Nähe verharrt und sich erst wieder entspannt, wenn sie das Kommando erhält Eric folgen zu dürfen. Wobei sie auch dann noch in nicht allzu weiter Entfernung verbleibt.
Ein Abrufkommando bei ihr – sei es Pfiff oder Ruf - führt zu sofortiger Rückkehr und das selbst bei Wild- oder Artgenossen-Sichtung.

Mit anderen Menschen ist Mary freundlich, aber sehr zurückhaltend und oftmals wirkt sie eher uninteressiert und „eingebildet abweisend“, wenn sie angesprochen wird, was schon oft zu lustigen Episoden geführt hat.
Mary kann man getrost als Einmannhund bezeichnen. Wird sie heute mit Fremden allein zurückgelassen – wirkt sie unglücklich und rastlos (früher ging es gar nicht, da sie sofort bei Verlassen der Räumlichkeit in Klagegeheul ausbrach- schon allein das Verlassen um eine Toilette aufzusuchen, hatte zur Folge, dass ein ohrenbetäubendes Klagen ertönte). Mit der Zeit und nun mit ihren 5 Jahren hat sich ihr Wesen und Vertrauen in soweit gefestigt, dass sie mit anderen Menschen zeitweilig zusammen sein kann, ohne Verlassensängste zu bekommen und sogar Kommandos können ihr von Dritten gegeben werden.
Da Mary jegliche Aufmerksamkeit von meinem Mann und mir wie ein trockener Schwamm aufsaugt, ist es ein leichtes sie zu allen möglichen ihr unbekannten Herausforderungen zu locken. Daher war Agility mit ihr ein riesiger Spaß. Hürden, Laufstege, Hindernisse, Tunnel etc. für sie alles kein Problem, Hauptsache war nur, dass man mit ihr zusammen war. Die Unterordnung war hier allerdings der Haken. Vor lauter überschäumender (ansteckender) Freude, war es ein beinahe Unmögliches sie in die nötige Ruhe zu bringen, um ihr die geforderte Disziplin abzuverlangen zu können.
Es endete damit, dass Mary und ich jetzt im Freien unseren eigenen Parcours erstellen um so ihrer großen Freude an Bewegung nachzukommen.

So verschieden meine drei Weimaraner sind, nicht nur aufgrund ihrer Herkunft und ihres Geschlechts, so unterschiedlich werden auch alle anderen Weimaraner-Persönlichkeiten sein.
Ich halte es daher für bedenklich von dem Weimaraner zu sprechen und alle Grauen über einen Kamm zu scheren. Jeder Hund/Rasse braucht seine individuelle Ausbildung, Art und Form der Belohnung/Anerkennung, Beschäftigung und Ansprache.
Der eine Weimaraner liebt seinen Ball und das Spiel mit seinem Halter, der andere liebt das Stöbern und Fährte lesen mehr als alles andere und ein dritter liebt es seinem Herrn zu gefallen und von ihm Lob zu erfahren…
Grundsätzlich gibt es Eigenschaften, die alle gesunden und wesensfesten Weimaraner haben sollen und die das typische Weimaranertemperament ausmachen. Daher werden diese auch im FCI-Standard festgehalten und bei Prüfungen zur Zuchttauglichkeit des Weimaraners geprüft. Einen Zuchtausschluss aufgrund von mangelhaften Wesen halte ich persönlich für elementar, da es den Hund, sei es ein Show- oder Jagdhund, ausmacht und seine Rasse bestimmt.

Meine beiden Grauen sind jetzt 7 und 6 Jahre alt (Max starb leider bereits im Alter von knapp 6 Jahren) - viel Schweiß, Nerven, Kraft, Zeit und Tränen haben sie mich gekostet, aber umso viel mehr Freude gebracht! …
Keinen Tag habe ich meine Entscheidung für den Weimaraner bereut und wenn ich in vielen Jahren wieder einen Hund wählen sollte, dann käme für mich nur diese Rasse in Frage.
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